Mein Traumtagebuch

Montag, 10. November 2014

Die Zeitreise in die 20-er Jahre



06.11.2014

Mit meiner Mutter stehen wir in einer großen Stadtvilla, die zum Verkaufen ist. Heute ist ein „Tag der offenen Tür“ und jeder kann reinkommen und sich die Villa von innen anschauen. Schon als Kind bin ich jeden Tag auf dem Weg zur Schule an der hohen Mauer vorbei gelaufen. Schon immer war ich neugierig, was sich hinter der Mauer versteckt. Über das Haus sind verschiedene und meistens gruselige Geschichten erzählt worden. Alles aber nur deswegen, weil die Eigentümer sehr zurückgezogen und für sich selbst gelebt haben und Keiner was Näheres über die Familie wusste.

Wir laufen durch die großen Räume mit hohen Decken und breiten Fenstern mit ganz schweren dunkelroten Vorhängen an den Seiten. Das Mobiliar  ist wirklich sehr alt und ich fühle mich wie in einem Museum oder Antiquitätengeschäft. Im Esszimmer, dem Raum mit dem riesigen Kamin und dem langen Esstisch für gut 20-30 Gäste, kommt uns ein älteres Ehepaar entgegen. Sie halten sich an der Hand und scheinen sehr glücklich zu sein. Es sind die Eigentümer und sie fangen an uns die Geschichte des Hauses zu erzählen. Vor allem geht es um ihre Liebe und wie sie gegen den Willen der Eltern geheiratet haben. 

Plötzlich werde ich in der Zeit zurückversetzt und ich realisiere, dass ich immer noch in der Villa bin, aber etwa 60-70 Jahre früher. Nach der Kleidung zu urteilen, etwa Ende der 20-er, Anfang der 30-er Jahren. Die ältere Dame von vorhin ist jetzt ein ganz junges Mädchen und arbeitet in dem Haus als Dienstmädchen. Heute ist der Hochzeitstag. Sie und der junge Sohn des Herrn des Hauses wollen ganz heimlich in einer Kirche hinter der Stadt heiraten. Ich und meine Freundin Miriam sind die Trauzeugen. Wir warten nur noch auf meine Freundin, dass sie uns mit ihrem Wagen abholt. Alles muss dabei sehr unauffällig und schnell gehen. Wenn die beiden schon mal verheiratet sind, kann denen die Liebe Niemand mehr verbieten.

Endlich ist Miriam da und alle vier steigen wir in den Wagen. Es ist ein schöner sonniger Tag und wir fahren durch das Industriegebiet. Rechts und links sind dicke Mauern aufgebaut, die ein Fabrikgelände von der Straße trennen. Am Ende der Straße müssen wir noch durch ein paar Feldwege durch und dann erreichen wir endlich unser Ziel, die Kirche. Der Pfarrer wartet bereits auf uns und führt uns hinter das Kirchengebäude, zu den Gräbern. Dort ist ein kleiner Blumenaltar aufgebaut und hier soll auch die Trauung durchgeführt werden. In der Kirche geht es nicht, da die Hochzeit heimlich stattfindet. Ich fühle mich mehr wie bei einem Begräbnis als bei einer Hochzeit.

Nach der Zeremonie fahren wir den gleichen Weg zurück. Unterwegs überlegen die beiden, frisch verheirateten, wie sie es der ganzen Familie beibringen sollen. Sie entscheiden sich, es allen auf einem neutralen Boden, zu erzählen. Deshalb drehen wir um und fahren zu Miriams Wohnung. Dort organisieren wir ganz spontan einen feierlichen Empfang und Miriam ruft inzwischen alle Bekannte, Verwandte und vor allem die Eltern an. Sie lädt sie unter dem Vorwand einer Firmenpräsentation ein und alle sagen natürlich zu. 

Am Abend versammeln sich alle und wenn die Eltern endlich da sind, stellt sich der Bräutigam vorne hin und fängt an zu erzählen, wie er sich in die Bedienstete verliebt hat und dass die beiden heute geheiratet haben. Plötzlich herrscht eine Totenstille in dem Raum und alle Blicke sind an den Vater gerichtet. Er überlegt kurz, dann bewegt er sich ganz langsam nach vorn zu seinem Sohn. Die Reaktion ist aber ganz anders, als es alle erwartet haben. Der Vater umarmt seinen Sohn und sagt zu ihm, dass er es schon geahnt hat und eigentlich gegen die Heirat nichts hat. Die beiden sollen glücklich werden und denen viele Enkelkinder schenken. Gleich kündigt er eine Hochzeitsfeier am nächsten Tag in deren Villa an.

Wie es in diesen Kreisen in der Zeit so war, die Hochzeitsfeier ist wirklich sehr groß. Ich glaube die ganze Stadt hat sich dort versammelt. Auf jeden Fall ist es eine Sensation, wenn einer der oberen Klasse ein einfaches Mädchen heiratet. Der Höhepunkt des Abends und der ganze Stolz des Herrn des Hauses ist eine eigene Startbahn für die Weltraumraketen. Heute soll gerade wieder Eine starten und nach einem kleinen Rundgang durch die Bauhallen, setzen wir uns alle in dem Garten hin und warten auf den Countdown.

In dem Moment werde ich wieder in unsere Zeit zurückgebracht und als ob die beiden es wüssten, was gerade passiert ist, lächeln sie mich an und nehmen mich ganz vertraulich an die Hand. Sie führen mich in den großen Garten und ich erkenne die Startrampe der Space Shuttle. Es ist tatsächlich alles Wahr. Später erfahre ich, dass die beiden leider nie Kinder bekommen haben und da sie keine Nachfahren haben, verkaufen sie jetzt das Haus und das Anwesen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie mich auserwählt haben. Ich verstehe nicht ganz was hier passiert, leider kann ich mir so ein Haus nicht leisten. Egal wie sehr ich es mir gewünscht hätte…

Sonntag, 9. November 2014

Die junge Theatergruppe



05.11.2014

Ich habe eine Verabredung mit meiner Freundin Katka auf einem Marktplatz in dem Stadtkaffee. Als ich ankomme sitzt sie schon da und wartet auf mich. Sie hat mich um ein Treffen gebeten, sie hätte mir was Wichtiges zu sagen.

Ich bestelle mir einen Kaffee und meine Freundin fängt an zu erzählen. Es geht um eine Theatergruppe, die sie gegründet hat und die jungen Leute sollen in den nächsten Tagen einen Ausflug machen. Sie werden durch die Gegend reisen und ihr neuestes Theaterstück vorführen. Der Bus ist bereits bestellt, es hapert aber an der  Bühnendekoration. Etwas ist schon vorbereitet, es muss aber auch noch viel gemacht werden. Was sie brauchen, ist eine große Halle und Unterkunft. Sie wollte mich bitten, ob sie für ein paar Tage nicht in meiner Lagerhalle untergebracht werden können und sich dort in aller Ruhe den Vorbereitungen widmen können. Wenn ich will, kann ich mir die Vorstellung heute anschauen, sie treten in kürze auf dem Rathausplatz auf. 

Ich bin sehr neugierig und will die jungen Leute in Aktion sehen. Also bezahlen wir schnell und gehen hin. Der Platz ist voll und die Zuschauer haben sich bereits vor der kleinen Bühne am Rathaus versammelt. Die Show geht auch gleich los und ich bin sehr überrascht, wie gut und talentiert die jungen Schauspieler sind. Nach der Vorstellung sage ich meiner Freundin, dass ich denen die Lagerhalle zur Verfügung stelle, sie sollen am Nachmittag die ganzen Sachen hinbringen. Inzwischen werde ich die Zimmer zum Schlafen vorbereiten.

Ich fahre sofort hin und schließe die Tür auf. Die Halle wird nicht oft genutzt und sieht auch dementsprechend aus. Überall Staub und Spinnenweben. Ich mache mich also umgehend an die Arbeit und mache erst einmal das untere Stockwerk einiger Maßen sauber. Dann gehe ich die breite Treppe hoch und mach mich an die Schlafzimmer. Es sind 4 an der Zahl, nicht groß und wegen der Anzahl der Kinder, muss ich ein paar mehr Matratzen zum Schlafen hinstellen. Ich beziehe jedes einzelne Bett mit frischer Wäsche, als ich von unten Stimmen höre. Das müssen sie sein.

Ich laufe nach unten in die Eingangshalle und sehe ein paar Jugendliche, die sich den Raum ansehen. Dann kommt meine Freundin rein und sagt den Kindern, sie sollen die ganzen Sachen aus dem Bus holen. Sie tragen alles nach und nach rein und ich zeige denen wo sie alles hinstellen oder hinlegen können. Soweit konnten wir viel schon im Erdgeschoss unterbringen, jetzt kommen sie aber mit großen, schweren Vorhängen. Ich überlege kurz und dann lass ich sie an dem Treppengelände aufhängen. Es ist noch viel zu tun und sie zeigen mir, was ich helfen könnte. An den Vorhängen sind ein paar Löcher, die gestopft werden müssen. Ich hole mir also mein Nähzeug und fange an sie zuzunähen. Es ist nicht einfach, teilweise komme ich an die Löcher nicht dran und wir müssen die Vorhänge immer wieder verschieben und umdrehen. 

Die Kinder proben inzwischen in der Halle und am Abend essen wir gemeinsam an dem großen Esstisch in der Eingangshalle. Danach machen wir es uns gemütlich vor dem Kamin und besprechen den morgigen Tag. Da soll es schon mit der ersten Vorstellung in der Nachbarstadt losgehen. 

Am Morgen stehen alle sehr früh auf und packen langsam die ganzen Sachen in den Tour Bus. Ich helfe denen und als sie weg sind, setze ich mich ganz erschöpft in einen Sessel. Ich entspanne ein wenig und schaue die große Treppe hoch. Dort sehe ich immer noch die Vorhänge hängen. Ich springe auf und laufe raus. Ich hoffe den Bus noch zu erwischen und zu stoppen. Leider sind sie schon weg und außer Reichweite. Ich versuche Katka per Handy zu erreichen, was mir aber nicht gelingt. Entweder ist das Gerät aus oder sie hat kein Empfang. Ich laufe wieder rein und überlege, was ich mit den Vorhängen mache. Sie sind zu schwer, um sie alleine ins Auto zu laden und denen hinzubringen. Ich setze mich ganz verzweifelt auf die Treppe und überlege, was ich jetzt tun soll. 

Es fällt mir aber nichts ein und versuche es immer wieder auf dem Handy. Leider ohne Erfolg.

Samstag, 8. November 2014

Der verschwundene Ehemann



04.11.2014

Silvesternacht. Mit Steve machen wir heute die Gegend unsicher. Ich habe mir ein schönes Kleid angezogen und Steve hat seinen Anzug wieder mal an. Wir starten in einem noblen Restaurant und essen etwas. Von dort geht es in eine Bar, wo schon feucht fröhlich gefeiert wird. Wir setzen uns an die Theke und bestellen zwei Sekt. 

Nach einer Weile kommen wir mit einigen Gästen ins Gespräch. Es ist eine Gruppe junger Leute, die genauso wie wir, die Nacht nicht nur auf einem Platz verbringen wollen. Plötzlich kommt jemand mit der Idee in einen Pub am anderen Ende der Stadt zu fahren. Sie überzeugen uns und wir gehen mit. Jeder fährt mit eigenem Auto und wir folgen. 

Als wir ankommen ist die Bar schon relativ voll und das Publikum sehr gemischt. Wir warten vor dem Eingang auf der Straße auf die Anderen, die noch Parkplatz suchen. Wir schauen uns schon mal ein wenig um. Die Musik hört man bis nach draußen. Das eigentliche Gebäude ist nach hinten versetzt und vor ihm ist ein großer Biergarten. Dieser ist momentan voll von Gästen, die rumstehen und sich unterhalten. Es ist ziemlich laut. 

Wenn endlich alle da sind, gehen wir zusammen rein und mischen uns unters Volk. Steve entdeckt in einer Ecke einen alten Bekannten und geht zu ihm, um Hallo zu sagen. Ich bin in meinen Schuhen nicht so schnell und verliere ihn in der Menschenmenge. Da taucht, wie aus dem Nichts ein junger Mann auf und spricht mich an. Ich versuche höflich zu sein und wechsle ein paar Worte mit ihm. Dann will ich weiter, er lässt mich aber nicht gehen. Offensichtlich gefällt ihm meine Gesellschaft und fordert mich auf zum Tanzen. Ganz freundlich lehne ich ab und bitte ihn meine Hand los zu lassen. Das will er sich aber nicht gefallen lassen und zerrt mich auf die Tanzfläche. In dem Moment sieht es Steve und ist sofort bei mir. Er nimmt den jungen Mann am Kragen und erzählt ihm was in sein Ohr. Was es ist, kann ich wegen der lauten Musik nicht hören. 

Da kommt auch eine der Mädchen von der Gruppe, mit der wir gekommen sind, auf mich zu und sagt, wir sollten lieber verschwinden. Ich sag ihr, dass ich Steve dort nicht allein lassen kann, sie tut aber als ob sie nichts hört und nimmt mich an der Hand und zieht mich in den Flur zu den Toiletten. Dann verschwindet sie wieder. Wie ich da stehe, denke ich drüber nach, dass ich sowieso für kleine Mädchen muss. Gleich hinter der Tür sitzt eine ältere Dame an einem kleinen Tisch, sie sagt zu mir, dass die Toiletten hinter dem Vorhang sind. Ich laufe hin und mache andere Tür auf. Ich sehe eine Kloschüssel und rund um Gitter mit weiteren Vorhängen. Als ich näher komme, stelle ich fest, dass ich mitten auf eine Art Terrasse stehe, die nochmal mit anderer Reihe von Gittern von dem Vorgarten des Lokals getrennt ist. Der einzige Sichtschutz sind die Vorhänge und die bewegen sich im Wind wie Fahnen. Jederzeit kann Jeder von draußen reinschauen. Ich überlege es mir mit dem Toilettengang und gehe so schnell wie möglich wieder raus. 

Ich versuche Steve zu finden und laufe hin und her. Langsam ist es sehr spät geworden und die Sonne geht gleich auf. Ich stehe an der Bar und weiß nicht weiter. Steve ist nirgendwo aufzutreiben und allmählich mache ich mir Sorgen. Da kommt der Barmann zu mir und sagt, dass mein Mann in den Waldstück hinter der Bar gegangen ist, um nach seiner Pistole zu suchen. Bei der Auseinandersetzung vorhin hat er sie offensichtlich dort hin geworfen, um den jungen Mann nicht weh zu tun. 

Ich laufe sofort hin und rufe in den Wald hinein. Es ist sehr dunkel dort und ich habe Angst rein zu gehen. Es kommt keine Antwort zurück. Die Bar leert sich langsam. Ein paar von den Jungs, die wir heute Abend kennen gelernt haben, kommen zu mir und fragen, ob sie mich nach Hause fahren sollen. Ich lehne ab und erzähle denen die Geschichte mit Steve. Sie bieten sich an mit mir nach ihm zu suchen. Wir steigen gemeinsam in ein Auto ein und fahren die Gegend ab. Aber Steve ist wie vom Erdboden verschluckt. Letztendlich bringen mich die Jungs nach Hause und ich hoffe, dass Steve schon zu Hause ist und im Bett liegt.

Leider ist sein Bett leer und das Haus genauso. Ich entscheide mich noch ein paar Stunden zu warten und wenn er nicht auftaucht, werde ich die Polizei einschalten müssen.

Freitag, 7. November 2014

Die Uni, ein kleines Baby und die Olympischen Spiele



03.11.2014

Uni Vorlesung ist für heute vorbei und ich sitze noch in dem PC Raum, um an meinem Projekt zu arbeiten. Ich sehe nicht wie die Zeit vergeht und plötzlich ist es spät und draußen bereits dunkel. Ich laufe nach Hause. Als ich ankomme, schlafen schon alle und ich setze mich noch in die Küche, um etwas zu essen. Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich Hunger hatte.

Am nächsten Tag, wecken mich meine Nichten, sie springen an meinem Bett herum und geben keine Ruhe. Also stehe ich auf und will wieder zu Uni. Leider kommt meine Mutter ins Zimmer und bringt mir ein Baby. Sie sagt, sie hat heute keine Zeit für und ich muss mich um das Baby den ganzen Tag kümmern. Sie legt es auf mein Bett und verschwindet. In dem Moment fängt das Baby zu schreien und ich weiß, es hat Hunger. Ich nehme es auf den Arm und laufe in die Küche. Dort versuche ich mit der anderen freien Hand ein Fläschchen vorzubereiten. Es ist nicht einfach und irgendwie mache ich mehr Milch auf den Boden als in die Flasche. Letztendlich schaffe ich es, gehe wieder in mein Zimmer, lege das Baby aufs Bett und gebe ihm das Fläschchen.

Später, wenn es endlich einschläft, denke ich dran, was ich alles heute in der Uni erledigen wollte. Wenn ich nichts tue, schaffe ich den Termin der Projektabgabe nicht. Also nehme ich das Kind und laufe hin. Das PC Labor ist voll besetzt und ich kriege kein Platz mehr. Mit dem Baby auf dem Arm gehe ich also in die Kantine, es ist sowieso bald Mittagszeit und wenn ich als erste dort bin, kann ich schnell was essen. Danach kommen alle Anderen und ich kann dann vielleicht an einem PC Platz finden. Wenn die Essensausgabe beginnt und ich endlich an die Reihe komme, wird mir gesagt, dass ich keinen Anspruch drauf habe. Ich kriege nichts und werde weg geschickt. Ganz hungrig setze ich mich an einen der Tische und überlege, was ich jetzt tun kann. 

Als sich die Kantine füllt, entscheide ich mich es zu riskieren und gehe in den PC Raum. An einem der hinteren Computer sehe ich meinen kleinen Bruder sitzen und ein Spiel spielen. Ich komme näher und spreche ihn an. Er beachtet mich gar nicht und spielt weiter. Erst wenn ich ihn anschreie, dreht er seinen Kopf zu mir und sagt, wenn er fertig ist, kann ich den Platz kriegen.

Ich weiß nicht wie, aber plötzlich stehe ich ganz alleine in einer leeren Wohnung. Ich laufe hin und her und versuche rauszufinden, wo ich bin. Es gelingt mir nicht und in meiner Verzweiflung setze ich mich auf den Boden unter dem großen Fenster zur Straße. Das Fenster ist offen und ich kann die Geräusche von der Straße wahrnehmen. Dann auf einmal höre ich eine, mir bekannte Stimme, immer lauter. Ich stehe auf und schaue aus dem Fenster. In dem Gebäude gegenüber sehe ich meine Freundin Andrea, sie ruft nach mir und wenn sie mich im Fenster sieht, fragt sie ob ich endlich rüber kommen kann, dass wir die Sachen für die Olympischen Spiele einpacken und los fahren müssen. Die Handwerker wären auch schon fertig.

Ich verstehe nicht ganz, laufe aber hin, vielleicht kann mir Andrea erklären, was hier eigentlich abgeht. Sie öffnet mir die Tür und zieht mich an der Hand rein. Überall stehen vollgepackte Koffer und im Bad ist ein riesiges Loch in der Wand. Sie fragt mich ob ich bereit bin. Ich schaue sie an und frage: „Bereit für was?“.  Sie ist offensichtlich überrascht die Frage zu hören, wir wären ja schon seit ein paar Tagen am packen, wir sollen zu den Olympischen Spielen fahren und dort bei der Organisation helfen. Leider hatte sie einen Rohrbruch in ihrem Bad und deshalb mussten wir die Reise nach hinten verschieben. Die Handwerker haben jetzt  das Problem teilweise behoben, so dass wir wegfahren können und wenn wir zurück sind, werden sie es fertig machen. 

Bei den Olympischen Spielen laufen wir durch die Nebenliegenden Wälder und suchen nach irgendwelchen Pflanzen. Ich erkenne auch noch ein paar Bekannte, die mit mir und Andrea eine Gruppe bilden. Leider können wir die richtigen Pflanzen nicht finden und da sagt einer zu mir, wir sollen es jetzt lassen, wenn morgen früh die Bienen rauskommen, werden schnell welche nachwachsen. Wir verschieben die ganze Aktion also auf den nächsten Tag und hoffen, dass der junge Mann wirklich Recht hat.

Ein tschechischer Name prägt sich an dem Tag in mein Gedächtnis ein: VLADIMÍR KUDLÁČEK… In welchem Zusammenhang, habe ich keine Ahnung. Ich kann den Namen auf einem Zettel geschrieben sehen, ganz deutlich und in Großbuchstaben.

Donnerstag, 6. November 2014

Der „Onlinedieb“ und die Ermittlungen



02.11.2014

Ich habe ein kleines Problem. Vor ein paar Tagen habe ich festgestellt, dass jemand online sich einer meinen veröffentlichten Bilder bedient hat und es als sein eigenes ausgegeben hat. Ich kenne die Person nicht und alles was ich über ihn oder sie weiß, ist der Nickname.

Ich entscheide mich deswegen einen Anwalt einzuschalten, zumindest möchte ich mich beraten lassen, was meine Möglichkeiten sind und wie oder ob ich gegen die Person rechtlich vorgehen kann. In der Stadt finde ich eine Rechtsanwaltskanzlei, die sich auf solche Sachen spezialisiert und mache telefonisch einen Termin. 

Das Büro der Kanzlei befindet sich im zweiten Stock eines kleinen Gebäudes in der Stadt. Die Eingangstür steht ein Spalt offen. Ich klopfe an, es antwortet aber niemand. Also mache ich die Tür auf und trete ein. Der Empfangsraum ist nicht groß, gegenüber steht ein kleiner Schreibtisch, der Computer ist an, aber Keiner, der mich empfangen könnte. Ich rufe „Hallo“, es kommt aber keine Antwort. Von dem Empfangszimmer führen zwei Türen in andere Büros. Eine ist links und eine rechts. Ich entscheide mich für die rechte Tür und klopfe an, kriege aber wieder keine Antwort. Ich versuche die Tür aufzumachen, es ist zugeschlossen. Dann gehe ich zu der Tür auf der linken Seite, als sie plötzlich aufgeht und vor mir steht Ania, eine Freundin und ehemalige Chefin von mir. Sie ist genauso überrascht, wie ich. Sie fragt mich, was ich dort machen würde und woher ich weiß, dass sie und Elisabeth, ihre Geschäftspartnerin, jetzt dort sind. Ich antworte, dass ich es nicht wusste, ich bin nur auf der Suche nach einem guten Anwalt.

Sie grinst kurz und dann erzählt sie mir, dass sie und Elisabeth jetzt diese Rechtsanwaltskanzlei aufgemacht haben, sie hat einen Anwaltskurs vor einem Monat abgeschlossen und ihre Lizenz bekommen. Elisabeth ist noch dabei. Sie sind gerade dabei ihre Klientel aufzubauen und auf der Suche nach neuen Mandaten. Ich bin froh drüber, dass ich genau diese Kanzlei ausgesucht habe und als wir uns endlich in Anias Büro hinsetzen, erzähle ich ihr meine Geschichte. Sie macht sich Notizen und schüttelt den Kopf. Ich weiß nicht genau, was es bedeutet, aber sie wird es mir bestimmt erklären. Nachdem ich fertig bin, sagt sie mir, dass sie sich erkundigen und schlau machen wird, was die Chancen vor einem Gericht wären und schaltet auch einen Privatdetektiv ein, der die Identität des online „Diebes“ ermitteln wird. Sie wird sich in ein paar Tagen bei mir melden. Ich verlasse das Büro sehr zuversichtlich und laufe zum Parkplatz draußen, um nach Hause zu fahren.

Dort wartet auf mich eine Überraschung. Mein Wagen hat eine Reifensperre, einen „Schuh“ von der Polizei bekommen. Es wird ein saftiges Knöllchen geben… Ich schaue mich nach den Polizisten um, will meine Strafe gleich bezahlen und wegfahren. Leider kann ich sie nicht finden, also muss ich mein Auto dort lassen und fahre mit dem Bus.

Am nächsten Tag kriege ich Anruf von Ania, ich soll sofort kommen, sie hat ein paar Neuigkeiten für mich. In der Kanzlei setzen wir uns hin, Elisabeth ist heute auch dabei und in Kürze soll auch der Privatdetektiv kommen. Ania erzählt mir inzwischen, dass wir ohne richtige Beweise keine Aussicht auf Erfolg haben. Wir versuchen alles, um den Schuldigen zu überführen und der Detektiv bringt etwas, was uns helfen wird. 

Wenn er endlich da ist, hat er ein Paket dabei, den er auf den Tisch in Anias Büro hinstellt. Ich bin neugierig und frage sofort nach, was es ist. Er macht den Karton auf und nimmt ein paar Jeans heraus. Ich verstehe nicht ganz, was das soll, die Erklärung liefert er aber sofort. Er zeigt und führt uns die Besonderheit der Hose vor. Die hinteren Hosentaschen sind ein „Fake“, sie sind nur an der oberen Kante angenäht. Hebt man sie hoch, versteckt sich eine kleine Kamera darunter. Der Plan ist, dass ich die Hose anziehe und in das Einkaufszentrum laufe, dort soll sich die Person aufhalten, nach der wir suchen und die wir auf frischer Tat ertappen müssen. Ich soll unauffällig ein paar Beweisfotos mit der Hose schießen. 

Es ist mir nicht ganz Recht, ich willige aber letztendlich ein und ziehe die Hose an. Sie ist etwas eng, aber ich passe rein. Im Einkaufszentrum laufe ich in der Abteilung mit Bekleidung rum und beobachte den jungen Mann, der hier als Verkäufer arbeitet. Ich sehe, wie er die Ware auspackt, dann steht er eine Zeit lang an der Kasse und in der Mittagspause kommt seine Freundin zu Besuch. Immer, wenn mir etwas verdächtig vorkommt, biege ich mich vor, mit meinem Hinterteil in Richtung des jungen Mannes und hebe die Hosentaschen an. Jedes Mal kann ich ein leises Klicken der Kamera hören. Natürlich bleibe ich nicht unbemerkt. Ein paar der Kundinnen wundern sich über meine komischen Bewegungen und eine kommt sogar zu mir und fragt nach. Sie will eigentlich wissen, woher ich die Hose habe, sie gefällt ihr sehr gut und würde eine sofort kaufen. Mir bleiben die Worte weg und weiß nicht genau, was ich ihr antworten soll. Da kommen noch andere Damen und wollen das gleiche wissen. Ich lass mir von denen die Telefonnummern geben und erzähle denen, dass ich sie anrufen werde, sobald ich von meinem Bekannten, der mir die Hose geschenkt hat, erfahre, wo er sie gekauft hat. Mit dieser kleinen Lüge komme ich endlich aus dem Einkaufszentrum raus.

Zurück in der Anwaltskanzlei übergebe ich die Hose dem Privatdetektiv, der die Aufnahmen jetzt auswerten muss und erzähle ihm die Geschichte mit den Frauen in der Kleiderabteilung. Ich händige ihm die ganzen Telefonnummern aus und er verspricht, dass er sich drum kümmert. Ich hoffe nur, dass bei den Aufnahmen etwas Brauchbares ist, dass wir in der Angelegenheit endlich voran kommen.