Mein Traumtagebuch

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Freitag, 5. Juni 2015

Die neue Folge von Perry Mason



24.05.2015

Es wird eine neue folge von Perry Mason gedreht. Diesmal ist der Drehort eine Wohnung in der Stadt, direkt in meiner Nachbarschaft. Sie gehört zwei Brüdern, Zwillingen. Sie war das Erbe von deren Eltern, die schon vor Jahren verstorben sind.

Die Wohnung ist groß und geräumig, mit hohen Decken, breiten, alten doppelflügigen Türen und sehr schön eingerichteten 4 Schlafzimmern. In einem der Räume wird gerade eine Liebeszene mit Perry Mason gedreht. Irgendwie wird der Dreh aber immer wieder unterbrochen. Perry ist den Aufnahmen nur sehr schwer zufrieden zu stellen, jede Kleinigkeit stört ihn und deshalb wird alles aufs Neue gedreht.

Es dauert den ganzen Tag bis die richtige Szene im Kasten ist. Die Crew hat nicht das geschafft, was geplant war. Eine der Gründe war auch ein Streit zwischen den Brüdern und dem Hauptdarsteller. Einer der Brüder ist ein guter und umgänglicher Mensch, sein Bruder dagegen ist ein sehr unangenehmer Zeitgenosse. Meckert über alles und jeden, ist immer unzufrieden und zum Streiten bereit. Erst wenn er spät nachmittags die Wohnung verlässt, kann in aller Ruhe der Rest der Szene fertig gedreht werden.

Da es schon zu spät ist, fällt die Entscheidung in der Wohnung zu übernachten. Das eine Gästezimmer liegt genau zwischen den Zimmern der zwei Brüder. In der Nacht wache ich immer wieder auf, denn die Kälte in der Wohnung macht es mir zu schaffen. Egal wie ich mich zudecke, es ist nicht warm genug. Irgendwann mal halte ich es nicht aus und stehe auf. Im Wohnzimmer steht ein großer Kamin, das Feuer ist aber aus. Kein Wunder das es hier so kalt ist.

Neben dem Kamin finde ich ein paar Streichhölzer und altes Papier. Ich werfe das Papier hinein und zünde es an. Ganz langsam fängt auch das Holz zu brennen und ich kann die Wärme, die nach und nach den ganzen Raum füllt, spüren. Lange hält meine Freunde aber nicht an. Plötzlich geht die Tür des „guten“ Bruders auf und er stürmt regelrecht das Wohnzimmer.

Er schnappt sich den Eimer in der Ecke und ganz schnell füllt er es mit Wasser in der Küche. Wenn er zurück kommt löscht er umgehend das Feuer in dem Kamin. Ich bin sehr überrascht und auch etwas böse. Auf die Erklärung muss ich aber nicht lange warten. Sein Bruder verbietet es in dem Kamin Feuer zu machen. Sparen ist angesagt und so kalt ist es doch in der Wohnung nicht. Er ist zwar momentan nicht da, sollte er aber nach Hause kommen und Feuer im Kamin finden, würde er ganz sauer werden und seinen Bruder bestimmt deshalb grün und blau schlagen. Das wäre nicht das erste Mal.

Ein paar Tage später, wenn alle Szenen abgedreht sind und das Filmteam auch wieder weg, laufe ich durch die Stadt an der Polizeistation vorbei und sehe zwei Beamte, wie sie den einen der zwei Zwillingsbrüder in Handschellen abführen. Ich frage nach, was passiert ist. Die Antwort lautet: „Dieser Gefangener muss nach Sibirien transportiert werden. Er hat seinen Bruder wegen ein paar Holzstücke für Kaminfeuer ermordet! Ein ganz gefährlicher Mensch…“. Bei der Antwort hoffe ich nur, dass ich und Perry nicht Schuld an dem Tod des jungen Mannes sind. Auf anderer Seite bin ich froh, auch wenn durch so einen tragischen Zwischenfall, dass der Bruder als Mörder jetzt endlich aus dem normalen Leben für immer ausgeschlossen wird.

Donnerstag, 20. November 2014

Mein Ex und die unendliche Leiter



16.11.2014

Ich bin bei einem Basketballspiel der örtlichen Mannschaft in einer großen Sporthalle. Die Jungs schlagen sich sehr gut und sind am gewinnen. In der Pause laufe ich hinten in die Kabinen und möchte mit dem Trainer reden, wenn ich auf dem Weg mein Handy klingeln höre. Ich halte an und gehe dran. 

Es ist eine sehr bekannte Stimme am anderen Ende. Mein Ex. Ich habe ihn schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Er ist inzwischen verheiratet und hat eine Tochter, soweit mir bekannt ist. Ich habe damals jeglichen Kontakt zu ihm abgebrochen.  Er ist zwar ein sehr netter Junge und eigentlich ein guter Freund gewesen, aber ein schlechter und vor allem untreuer Ehemann. Jetzt, nach so vielen Jahren, von ihm zu hören freut mich eigentlich, auf anderer Seite überlege ich, was der Mann von mir will. Er möchte mich heute Abend sehen, er muss mir was ganz wichtiges erzählen. Er ist noch beim Spiel seiner Fußballmannschaft, aber danach könnten wir uns ja dort treffen. Ich bin kurz am Überlegen, letztendlich stimme ich dem Treffen zu. 

Als ich mich endlich auf den Weg mache, ist es draußen schon dunkel. Ich steige in meinen Wagen und fahre zu der verabredeten Stelle. Unterwegs höre ich das Radio und es wird ein ganz altes Lied von einer slowakischen Sängerin gespielt, Marika Gombitova. Ich habe sie damals sehr gemocht, sie war eine hübsche und sehr gute Sängerin. Immer wenn ich sie singen höre muss ich zwangsläufig an ihren Autounfall denken, nach dem sie gelähmt blieb und nie wieder laufen konnte. Trotzdem hat sie sich überwunden und als Sängerin weiter gemacht. Sie hat einen sehr starken Willen bewiesen und dafür habe ich sie immer bewundert.

Endlich bin ich am Fußballstadion. Mein Ex ist jetzt Trainer der Jugendmannschaft. Ich laufe zu den Umkleidekabinen, wo ich ihn treffen soll. Die Jungs sind noch da und er hält noch kurze Rede „nach dem Spiel“. Wenn er mich in der Tür sieht, kommt er zum Schluss und schickt die Jungs nach Hause. Dann macht er das Licht in der Umkleide aus, nimmt mich an die Hand und führt mich raus auf das Spielfeld. Ich verstehe immer noch nicht, was er von mir will. Dann stellt er sich vor mich und fängt an zu erzählen, wie es ihm, seitdem wir uns nicht gesehen haben, ergangen ist, dass seine Tochter jetzt schon groß ist, seine Frau ihm nicht versteht und er sich scheiden möchte. Und das ist auch der Grund, warum er mich angerufen hat, wir sollen unsere Beziehung von damals fortführen. Da mache ich aber sofort einen Schritt zurück und als er fertig ist, sage ich zu ihm, dass ich glücklich verheiratet bin und keine neue Beziehung suche. In dem Moment wird er Sauer, nimmt mich wieder an die Hand und zerrt mich zu einer Leiter hinten in der Ecke. 

Er schiebt mich auf die Leiter und sagt, ich soll hochklettern. Ich bin etwas erschrocken und tue was er sagt. Als ich hoch genug bin, schreit er zu mir hoch, dass letzte Woche ein Junge auch die Leiter hochgeklettert sei und dann runtergefallen ist. Er hat sich das Genick gebrochen. Er möchte nicht, dass mir das gleiche passiert und deshalb soll ich ihm jetzt eine Antwort geben. Ich bin sprachlos und weiß nicht, was ich tun soll. Ich halte mich so fest wie es nur geht und gleichzeitig versuche ich ihm die Idee, dass wir wieder zusammen kommen, aus dem Kopf zu schlagen. Ich suche nach Alternativen für ihn, mir fallen aber keine ein. Ich schaue dann kurz nach oben. Ich kann das Ende der Leiter nicht sehen. Ich klettere noch weiter nach oben und weiter und weiter. Plötzlich kann ich den Boden unter mir nicht mehr sehen. Durch die dicken Wolken kann ich zu meiner Rechten ein Dach eines Hochbürogebäudes erkennen. Dort in dem ganz letzten Fenster sitzt ein Mann. Ich versuche ihm zuzuwinken und mich bemerkbar zu machen, es funktioniert leider nicht. 

Plötzlich fühle ich leichtes Vibrieren. Die Leiter fängt an von einer Seite zur Anderen zu schwenken. Die Bewegung wird immer stärker. Ich habe langsam keine Kraft mehr mich festzuhalten. Als ich mir denke, dass jetzt mein Ende gekommen ist, sehe ich, wie der Mann in dem Bürogebäude endlich gesehen hat, was hier abläuft. Er winkt mir zu und wenn ich seine Zeichensprache richtig verstehe, hat er bereits die Polizei und die Feuerwehr gerufen. Ich hoffe nur, dass sie schnell da sind, weil meine Kräfte allmählich komplett versagen. 

Nach einigen Minuten hört dann das Schwenken endlich auf. Ich kann meine verkrampften Arme wieder ein wenig entspannen. Alles tut mir weh, ich sitze auf den Stufen und versuche mich zu beruhigen. Ich winke dem Mann im Büro zu, dass jetzt alles wieder in Ordnung sein scheint. Ich kann auch auf die Entfernung ein Lächeln in seinem Gesicht erkennen. Als meine Füße langsam aufhören zu zittern, traue ich mich ein paar Stufen wieder nach unten zu klettern. Da kommt mir ein junger Feuerwehrmann entgegen und fragt wie es mir geht. Ich lächle nur und sage, dass ich so schnell wie möglich hier weg will. Der Abstieg dauert unendlich lang, ich wusste gar nicht, dass ich so hoch war.
Auf dem Boden kann ich dann meinen Ex sehen, wie er in Handschellen abgeführt wird. Ich bin heil froh, dass diese Geschichte doch noch gut ausgegangen ist und ich hoffe, dass ich meinen Ex nie wieder sehen werde.