Mein Traumtagebuch

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Dienstag, 5. Mai 2015

Die Arbeit und das Vergnügen



27.04.2015

Es ist Freitagnachmittag. Ich bin noch auf der Arbeit in einem großen Architektenbüro. Meine Kollegen bereiten sich langsam auf den Feierabend und planen nachher in ein Restaurant zu gehen. Ich sitze noch an einem Projekt, das ich heute noch zu Ende bringen will.

Langsam wird es zu spät. Einer der Kollegen kommt zu meinem Tisch und fragt, ob ich mich denen anschließen möchte. Einige sind bereits zu dem Restaurant hin, um einen Tisch zu reservieren. Ich möchte zwar gerne mit, will die Arbeit aber nicht unerledigt lassen. Ich verspreche nichts, sage aber, dass ich später nachkommen werde.

Als alle endlich verschwunden sind und das Büro leer ist, kann ich in aller Ruhe meine Berechnungen zum Schluss bringen. Plötzlich klingelt das Telefon. Mein Bruder ist dran und fragt wo ich bleibe. Im ersten Moment verstehe ich nicht ganz, dann erinnere ich mich aber dran, dass wir für heute einen Familien Abend mit unserer Mutter geplant haben. Es soll eine verfrühte Feier ihres Geburtstages sein.

Das habe ich in dem alltäglichen Stress komplett vergessen. Ich schaue auf die Uhr, es ist schon 20 Uhr und höchste Zeit vom Büro zu verschwinden. Ich lasse das unvollendete Projekt liegen und mache mich auf den Weg. Unterwegs überlege ich, wie ich es anstellen soll, mit meiner Mutter und meinem Bruder auszugehen und gleichzeitig meine Kollegen zu treffen.

Erst wenn ich vor der Tür der Wohnung meiner Mutter stehe, kommt mir die Idee. Wir können doch in das gleiche Restaurant gehen, wo meine Kollegen bereits sind und ich kann später mit denen den Feierabend „begießen“. Mein Bruder ist mit dem Vorschlag einverstanden und so machen wir uns auf den Weg.

Das Lokal ist nicht weit weg, also laufen wir alle drei zu Fuß hin. Das Restaurant ist eines der besseren in der Gegend, es bietet italienische Gerichte und sehr guten Wein aus eigener Herstellung. Es liegt direkt an der Hauptstraße. Schon der Eingang ist sehr stylisch, mit zwei romanischen Säulen an jeder Seite. Innen drin erinnert alles an das alte römische Imperium, die Ausstattung, die Dekoration und auch das Fresko an der Decke. Der Speiseraum ist auf zwei Stockwerken verteilt.

Als ich nach oben schaue, erkenne ich meine Kollegen an einem der Tische. Sie sind etwas lauter als die anderen Gäste und ich bereue es, dass ich mit denen nicht sofort mitgegangen bin. Mit meinem Bruder und meiner Mutter werden wir von dem Kellner an einen Tisch in dem unteren Stockwerk hingesetzt und bestellen sofort etwas zu Trinken und Essen. Die ganze Zeit bleibe ich mit meinen Gedanken eigentlich bei meinen Kollegen, deren lautes Lachen immer wieder zu hören ist. Sie haben offensichtlich viel Spaß.

Freitag, 27. Februar 2015

Das Architekturprojekt



21.02.2015

Ich bin Architektur Studentin. Unser Professor ist ein sehr netter Mensch, aber strenger Lehrer. Wer bei ihm gute Note haben möchte muss sich wirklich sehr anstrengen. Die Aufgaben werden von Vorlesung zu Vorlesung schwerer und komplizierter.

Diesmal sollen wir die Inneneinrichtung in einer fremden Wohnung neu entwerfen. Ich mache mich gleich an die Arbeit und habe auch ein paar sehr coole Ideen. Im Vorlesungssaal herrscht eine Totenstille und alle konzentrieren wir uns auf unsere Aufgabe. Jeder möchte den Professor beeindrucken und einen besonderen, einfallsreichen Design präsentieren.

Am späten Nachmittag haben alle ihre Entwürfe endlich fertig und abgegeben. Am nächsten Tag ist dann der Tag der Entscheidung und das beste Design soll verkündet werden. Wir selbst nehmen es als große Herausforderung auf und natürlich gehört es auch zur Vorbereitung auf den großen Wettbewerb in realer Welt.

Die Überraschung ist groß, wenn unser Professor am nächsten Tag kommt und verkündigt, dass die Entwürfe sehr gut sind und wir unsere Ideen jetzt in Wirklichkeit umsetzen sollen. Es ist ein Teil der großen Prüfung, die Designs so nah wie möglich den Entwürfen zu realisieren, was nicht so einfach ist, wie man denkt.

Ein paar Tage später kommen wir alle zu der angegeben Adresse hin, wo unsere Projekte realisiert werden sollen. Alle stehen wir vor einem Einfamilienhaus am Rande der Stadt, mit einem großen Garten hinten und warten auf unseren Professor. Überraschungsweise kommt er aus dem Haus und begrüßt uns alle. Dann erklärt er, dass dies sein Haus ist, es soll umgestaltet werden. Wir sollen uns von seiner Frau und seinem Sohn nicht ablenken lassen, aber das wären die Bedingungen auch auf dem Markt, wenn wir einmal selbständig sind.

Wir betreten das Haus und schauen uns erst einmal um. Die Eingangshalle ist sehr geräumig, mit hohen Decken, rechts ist eine schmale Treppe, die in die oberen Stockwerke führt. Jeder von uns bekommt einen eigenen Raum, der nach unserem Entwurf umgestaltet werden soll, zugeteilt. Ich gehe in das Zimmer des Sohns in der oberen Etage. Das Zimmer ist nicht so groß, wie ich es mir vorgestellt habe und ich fange an zu überlegen, wie ich meine Ideen am besten umsetzen kann.

Es dauert den ganzen Tag, alle werkeln rum, schneiden, sägen, kleben, schrauben. Es ist sehr laut und die Frau ist offensichtlich von dem Lärm sehr genervt. Sie läuft hin und her und versucht sich in der Küche beim Kochen abzureagieren. Am Abend bin ich endlich mit meinem Projekt fertig. Ich habe in dem Zimmer eine Trennwand für die Spielecke mit einer kleinen Durchreiche aufgebaut. Die Wand ist von der Seite der Schlafecke mit Holzstücken in verschiedenen Größen und Formen verkleidet. Somit soll auch eine Art Schallschutz garantiert werden.

Am nächsten Tag kommen wir alle wieder zu dem Haus zurück und bekommen erst einmal eine Führung durch alle Räumlichkeiten, damit wir auch die Arbeit der Anderen kennenlernen. Jeder von uns muss erklären, was verändert und eingebaut wurde und in wie weit es mit dem Entwurf übereinstimmt, welche Schwierigkeiten es mit der Umsetzung gab usw.

Zum Schluss wird das beste Projekt von unserem Professor verkündet. Bei der Entscheidung hat er nicht nur die Pläne, sondern auch die Übereinstimmung mit der Umsetzung benotet. Meine Arbeit wurde von ihm sehr gelobt, trotzdem hat er auch einiges auszusetzen. Am Ende des Tages hat er mein Projekt als Gewinner gekürt und ich kann mir einen besseren Abschluss nicht vorstellen.

Samstag, 4. Oktober 2014

Projekt Award



30.09.2014

Ganz erschöpft und ganz spät komme ich von der Uni nach Hause. Meine Mutter hat mir noch was zu Essen im Offen gelassen. Mein Appetit hält sich aber in Grenzen. Ich bin ganz nervös, unsere Projektarbeiten werden morgen abgegeben und bewertet. Ich bin gerade mal so mit meinem fertig geworden.

Ich lege mich ins Bett und versuche zu schlafen. Es ist aber nicht so einfach, in meinem Kopf dreht sich alles nur um den morgigen Tag. Ich nehme mir  die Kopfhörer und schalte das Radio an, ich versuche auf andere Gedanken zu kommen und dabei einzuschlafen. Ich versuche mir eine optimale Schlafposition zu finden, das gelingt mir auch nicht ganz. 

Nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich endlich eingeschlafen. Früh morgens werde ich aber von ganz komischen „Knack“ Geräuschen geweckt. Meine Füße füllen sich irgendwie fremd an, so wie Kitzeln und Jucken auf einmal. Ich setze mich auf dem Bett aufrecht und will unter die rote Decke schauen. Wenn ich sie bei Seite ziehe, sehe ich Unmengen an kleinen Käfern und Insekten, die sich offensichtlich aus meinen Beinen einen Frühstückstisch gemacht haben. Ich springe sofort auf und versuche die Viecher los zu werden. In dem Moment geht die Tür von meinem Zimmer auf und mein Bruder kommt rein. Ich kann es schon auf die Entfernung riechen, dass er zu viel getrunken hat. Im Schlepptau hat er drei junge Mädchen, die unter seinem Arm auch etwas wackelig auf den Beinen sind und versuchen ihm etwas Halt zu geben. 

Er kommt gerade von einer Feier und will sich hinlegen, da findet er die gleichen Viecher in seinem Bett wie ich auch. Er sagt zu mir, wir müssen sie entweder los werden oder umziehen. Ich lasse ihn dann in dem Zimmer mit den drei Mädels zurück und gehe meine Mutter fragen, was das soll. Sie erzählt mir, dass es eine Plage ist, die kommt und geht. Wenn die Viecher aber da sind, dann immer heftiger und deshalb hat sie sich mit meinem Vater entschieden in eine andere Wohnung zu ziehen. Heute ist es auch so weit und die Umzugsleute kommen in einer Stunde. Ich bin sehr überrascht über die Info, auf der anderen Seite bin ich ja kaum da, um etwas mitzukriegen.

Leider kann ich denen mit dem Umzug nicht helfen, da heute die Verkündung der Gewinnerpreise für die Projekte stattfindet. Ich eile zu Uni und nehme mein Frühstück mit. Ich schaffe es gerade mal auf den letzten Drücker und sehe meine Kommilitonen bereits in dem großen Saal zu sitzen. Alle Projekte sind vorne auf dem kleinen Podium aufgestellt. Die Professoren, die Kommission,  laufen rund um und bewerten alle einzeln. Nach einer Weile ist es dann so weit und die Gewinner werden bekannt gegeben. Sie fangen bei dem dritten Platz an, dann kommt der Zweite und zum Schluss machen sie es ganz spannend und erst nach ganz viel Gequatsche und einer kurzen Atempause fällt mein Name. Ich kann es nicht glauben, aber es ist Wahr. Mein Projekt hat den ersten Preis gewonnen. In dem Moment kann ich die neidischen Blicke der Anderen spüren. 

Dann soll es zu einem Buffet gehen. Alle haben irgendetwas vorbereitet oder mitgebracht. Erst jetzt denke ich daran, dass ich nichts dabei habe, außer dem kleinen Frühstück, was ich mitgenommen habe. Ich packe schnell den Stück Strudel aus, und fange an es in kleine mundgerechte Stücke zu schneiden. Irgendwie geht es nicht so einfach wie ich es mir vorgestellt habe. Ich schaue mich um, ob mir jemand helfen könnte. Ein junges Mädchen sitzt in der Ecke und ist mit irgendwas beschäftigt. Ich frage sie, aber sie hört mich nicht. Plötzlich steht sie auf und läuft weg. Ich bleibe ganz alleine in der kleinen Küche und frage mich, wieso die Anderen so sauer auf mich sind. Normaler Weise haben wir uns immer gegenseitig geholfen und viel zusammen gemacht, als Team. Aber seitdem dieses Projekt angefangen hat, sind alle ganz anders. Egoistisch, neidisch und falsch.