Mein Traumtagebuch

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Montag, 25. Mai 2015

Mitten in einem Weltkrieg



16.05.2015

Es herrscht ein Weltkrieg. Überall hört man Schüsse und Bomben fallen. Die Stadt, die früher so schön war, sieht jetzt wie eine Ruine aus, alles zerstört und devastiert. Die Wohnhäuser bieten teilweise keinen Schutz mehr für die Einwohner, die meisten sind ohne Dächer, einige Außenwände stehen nicht mehr und die Statik ist komplett hin.

In einer Seitenstraße meines Wohnviertels versuche ich mich vor den neuen Angriffen des Feindes zusammen mit ein paar anderen zu verstecken. Wir suchen Schutz in dem Weinkeller eines Nachbars. Als wir aber ankommen und die Bodentür anheben, sehen wir, dass der Keller schon voll besetzt ist.  Wir sind zu Fünft und nicht mal Einer würde mehr reinpassen.

Wenn wir die Tür wieder verschließen, machen wir uns auf den Weg ein neues Versteck zu finden. In dem halb noch stehenden Raum lehnen wir uns an die übrig gebliebene Außenwand und besprechen die Lage. Einer von uns schlägt vor in das Haus zwei Straßen weiter zu gehen. Dort soll noch ein anderer Keller sein, der von außen zugänglich ist. Ich entscheide, dass nur ich und er gehen, die anderen sollen sich nicht unnötig dem Dauerbeschuss der Angreifer Truppen aussetzen. Sie sollen hier bleiben und auf unsere Sachen aufpassen.

Ich habe nicht viel dabei, nur eine Tüte mit ein paar frischen T-Shirts zum umziehen und meine Brieftasche mit meinen Dokumenten und ein wenig Geld. Ich lege alles auf den Boden und schaue den jungen Mann neben dran an. Mein Blick sagt alles: „Pass auf meine Sachen gut auf!“. Und dann verlassen wir das Versteck.

Nach nicht mal einer halben Stunde sind wir wieder zurück. Leider kann man auch in dem anderen Keller keinen Unterschlüpf finden. Wir müssen also alle weiter laufen und hoffen, dass wir nicht erwischt werden und dass wir vielleicht noch ein geeignetes Versteck finden.

Ich greife nach meiner Tüte und will gerade los laufen, wenn ich feststellen muss, dass meine Brieftasche fehlt. Ich drehe mich zu dem Jungen, dem ich meine Sachen in Obhut gegeben habe und frage was passiert ist. Er schaut mich an und sagt, dass hier ein paar Soldaten rumgelaufen sind und nach dem Feind Ausschau gehalten haben. Sie mussten sich schnell verstecken und das einzige, was denen eingefallen ist, war, sich in den matschigen Boden einzugraben. Dabei hat der Junge auch meine Tüte mit eingegraben.

Als alles vorbei war, sind sie aus dem Versteck raus und wenn er die Tüte ausgebuddelt hat, hat die Brieftasche gefehlt. Er hat weiter nach ihr gegraben und gesucht, konnte sie aber nicht finden. Ich bin verzweifelt. Ich hatte da mein ganzes erspartes Geld, einen Zwanziger und einen Fünfhundertschein, der schön zusammengelegt war, so dass es keiner erkennt. Mit diesem Geld wollte ich ein neues Leben anfangen, wo auch immer mich mein Weg hinbringt. Jetzt kann ich mir gar nichts mehr leisten.

Nachdem ich da ganz hilflos in der Ecke sitze und den matschigen Boden anstarre, kommt ein anderer von unserer Truppe und versucht mich zu trösten. Er hilft mir nach dem Geld zu buddeln und wenn wir es nicht finden sollten, kann er mir was ausleihen, dass mir für den Anfang bestimmt reichen wird. Ich schaue ihn an, egal wie die Situation ist, diese Worte machen mir doch noch Hoffnung. Es war nicht der Inhalt, sondern die Art und Weise und die Wärme in der Stimme, die mich überzeugt hat.

Wir drehen jeden Zentimeter der Erde um und es dauert wirklich den ganzen Tag bis in die Nacht. Leider können wir meine Brieftasche nicht finden. Ganz erschöpft setzen wir uns letztendlich hin und der junge Mann, wie versprochen, steckt mir einen Fünfhunderter in die Hand. Das ist das Zeichen der Resignation. Ich schließe das Geld in meiner Faust fest ein und bedanke mich. Der junge Mann steht dann auf und verschwindet in dem Nebenhaus.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Schnee in Florida und mein Erlebnis am See



06.12.2014

Mit Steve, meinem Mann, haben wir die Weihnachtstage in der Slowakei, bei meiner Mutter, verbracht. Jetzt sind wir wieder auf dem Weg nach Hause, in warmes Florida. Es war zwar sehr schön meine Familie wieder zu sehen, die Kälte bin ich aber nicht mehr gewohnt. Wir steigen in das Flugzeug und heben ab.

Nach unendlichen Stunden kommen wir endlich in Florida an. Ich schaue aus dem Fenster des Flugzeugs und kann meinen Augen nicht trauen. Alles rund um ist weiß! Meine Befürchtung wird Wahr wenn wir aus dem Flughafengebäude rauskommen. Es liegt tatsächlich Knie hohe Schneedecke in Florida und es ist ziemlich kalt. Dazu weht ein kühler Wind und wir frieren uns zu Tode in unseren kurzen Hosen und T-Shirts.

Mit uns ist auch mein Bruder mit seiner Frau und drei Kindern mitgekommen. Wir haben für sie eine Wohnung in einer Ferienanlage gebucht. Es ist eine geschlossene Community in sehr schöner Gegend, mit vielen Palmen und einem anlageneigenen Swimmingpool. Die Wohnung befindet sich in dem mittlerem von drei Häusern auf dem Gelände. Nach dem uns der Pförtner am Eingang durchgelassen hat, parken wir unser Wagen direkt vor dem Haus und gehen rein. Die Empfangshalle ist rund und nicht sehr groß. Auf der rechten Seite befindet sich eine Treppe, die an den runden Wänden entlang verläuft. Wir steigen die Treppe hoch bis zu dem Zwischenpodest. Dort müssen wir durch eine kleine Kniehohe und schmale Tür durchkriechen. An der anderen Seite klettern wir eine Leiter durch, die den Boden ersetzt. Unter der Leiter können wir die ganze Empfangshalle überblicken. Wir sind sehr hoch und müssen aufpassen, dass keiner durchfällt. Am Ende, wenn wir einen festen Boden wieder unter Füssen haben, befindet sich ein sehr schmaler und dunkler Flur. Auf der rechten Seite des Flurs entdecken wir endlich das Zimmer. Wir gehen rein und stellen die Koffer unter das Fenster.

In dem Moment stelle ich fest, dass meine kleine Nichte nicht da ist, sie muss irgendwo unterwegs falsch abgebogen sein und sich verirrt haben. Ich laufe sofort los, um sie zu suchen. Den schmalen Flur entlang, die Leiter durchklettern, durch die kleine „Hundetür“ und die Treppe wieder runter in die Eingangshalle. Es kommt mir alles wie eine Kletteranlage auf einem Kinderspielplatz vor. Meine Nichte kann ich aber nirgendwo entdecken.

Ich versuche es draußen weiter, vielleicht hat es ihr die Gegend angetan und sie bewundert die schönen Palmen oder ist neugierig auf den See hinter der Anlage. Vor dem Haus nehme ich den Weg nach rechts, der zu dem See führen soll. Es dauert nicht lange und ich komme auf eine große Wiese mit einem See mitten drin. An dem gegenüber liegendem Ufer kann ich zwei wunderschöne Schlösser sehen und werde neugierig. Ich laufe zu dem ersten Schloss auf der rechten Seite, wenn ich plötzlich Pferde hinter mir höre. Ich drehe mich um und sehe zwei Ritter auf mich zukommen. Ich muss zur Seite springen, um von denen nicht überrollt zu werden. Sie reiten direkt auf das Schloss zu. Ich denke mir, dass hier ein mittelalterlicher Film gedreht werden muss, da auch in der Schlossanlage alle Leute passend zu dem Zeitalter angezogen sind und sich auch so verhalten. Allerdings kann ich nirgendwo irgendwelche Kameras oder eine Filmcrew entdecken. Es kommt mir alles sehr verdächtig vor und will schnell zu dem Hotel zurückkehren, um meinen Bruder zu holen.

Wenn ich die merkwürdige Geschichte meinem Bruder erzähle, will er sich sofort selbst davon überzeugen und kommt mit. Ich führe ihn an die Stelle hinter der Ferienanlage. Die Überraschung ist aber groß, wenn ich anstatt dem See und einer wunderschönen Grünwiese nur einen breiten Sumpf entdecke und wo vorhin zwei Schlösser waren, stehen jetzt nur zwei alte Ruinen. Ich kann es mir nicht erklären. Ich muss in der Zeit zurückversetzt worden sein. Oder habe ich doch nur geträumt?

[Ein Tag nachdem ich diesen Traum hatte, sind wir mit meinem Mann unterwegs gewesen. Wir sind zu einer Baustelle im Süden von Cape Coral in Florida gefahren. Es ist ein schöner sonniger Tag gewesen.
Auf einmal schrie mein Mann auf und hielt den Wagen an. Am Rande eines Parkplatzes lag tatsächlich Schnee. Das war die Wirklichkeit!
Dies habe ich nie für Möglich gehalten. Als Beweis haben wir ein Foto geschossen, da wir wissen, es würde uns sonst Niemand glauben! Schon wieder hatte ich mit meinem Traum eine Art Vorahnung gehabt!!!]