Mein Traumtagebuch

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Mittwoch, 29. April 2015

Die letzte Prüfung



21.04.2015

Es ist kurz vor Sommerferien und ich sitze in der Schule. Diese Tage gibt es überall die Abschlussprüfungen. Ich weiß, dass ich noch eine in Literatur benötige, mache mir momentan aber noch kein Kopf drüber.

Bei mir dreht sich alles um meine neue Wohnung, die ich sehr günstig gekauft habe. Sie befindet sich in einem Neubaugebiet am Rande der Stadt. Viele meine Freunde und Bekannte haben dort auch ihre Wohnungen gekauft, also kenne ich praktisch die halbe Nachbarschaft. Heute ist der Tag der letzten Besichtigung bevor der letzten Abnahme durch den Bauherren.

Ich bin schon sehr gespannt, was sich da getan hat. Es sollte die Küchenzeile eingebaut und die neuen Sonnenjalousien angebracht werden. Die Wohnung ist nicht groß, hat nur ein kleines Schlafzimmer, Wohnzimmerecke mit der Küchenzeile, durch die man die kleine Terrasse zum Innenhof betreten kann. Meine Schlüssel habe ich bereits bekommen und so kann ich jede Zeit reingehen und nach dem Rechten schauen. Als ich die Tür aufmache, steigt mir ein Geruch in die Nase, der nach Farbe und Lack riecht. „Es wurde auch neu gestrichen“, denke ich mir. Die Küche ist soweit fertiggestellt und sieht fantastisch aus. Gleich neben der Küchenzeile befindet sich die zweiflüglige Tür zur Terrasse, die jetzt neue Jalousien bekommen hat. Sie sind weiß, mit breiten Lamellen und sehen sehr edel und elegant aus. Ich bin soweit zufrieden.

Ein paar Tage später kann ich auch schon einziehen.  Als endlich alle meine Sachen ihren Platz in der neuen Wohnung gefunden haben, mache ich es mir auf dem Sofa gemütlich und genieße die Ruhe des Abends.

Am nächsten Tag geht es wieder in die Schule. Die erste Unterrichtsstunde ist wieder Literatur. Die Lehrerin, die uns unterrichtet, ist eine sehr strenge Person und alle haben wir großen Respekt vor ihr. Heute stehen die letzten Prüfungen an. Sie ruft uns, einen nach dem anderen, zur Tafel. Da es nach der Alphabet geht, muss ich abwarten bis ich an die Reihe komme. Kurz bevor nur noch ich übrig bin, klingelt es und die Unterrichtsstunde ist vorbei. Die Lehrerin kommt an meinen Tisch und sagt mir, dass ich nur noch eine Chance habe – eine schriftliche Prüfung. Sie weiß, dass ich nicht das Buch über „Tom Sawyer“ gelesen habe und sie möchte, dass ich es bis morgen nachhole und mindestens 10 Seiten über die Geschichte schreibe. Ich soll bitte drauf achten, dass nichts vom Internet verwendet wird, das wäre ein Grund, mich die Klasse wiederholen zu lassen.

Auf dem Weg nach Hause überlege ich die ganze Zeit, wie ich das schaffen soll, das Buch komplett zu lesen und auch noch 10 Seiten darüber verfassen? Das ist einfach unmöglich! Ich will die Straßenbahn, die zu meiner neuen Wohnung fährt, nehmen, aber irgendwie stehe ich auf der falschen Haltestelle. Ich verpasse eine Straßenbahn nach der anderen und die Zeit läuft mir davon.

Endlich im Haus angekommen, treffe ich im Treppenhaus meine Freundin, die „kleine“ Jana. In dem Moment fällt mir ein, dass ich noch das Buch besorgen muss und weiß, dass sie einen Bibliothek Ausweis hat und viel liest. Ich frage sie nach dem Buch, vielleicht hat sie eins zu Hause. Sie sagt zu mir, dass sie es gerade gestern fertig gelesen hat und heute Morgen gleich zurück gebracht hat. Wenn ich möchte kann ich aber dorthin, ihre Freundin hat heute Dienst und kann mir das Buch einfach so, ohne Ausweis, ausleihen.

Das tue ich auch und am Abend sitze ich an dem Buch und meinem Heft für den Aufsatz. Leider bin ich nach dem Tag so müde, dass ich es nicht mal bis zur Seite 2 schaffe und einschlafe. Morgens übergeht mich eine Panik und aus Verzweiflung greife ich doch auf Internet zu. Ich schreibe ein paar Notizen in mein Heft, klebe ganz viele bunte Bilder rein und verschwinde in die Schule.

Wenn das Unterricht anfängt und die Lehrerin den Raum betritt, spüre ich den kalten Schweiß auf meiner Stirn. Jetzt geht es los… Als sie gerade ihren Notizblock aufmacht und mich zur Tafel rufen will, geht die Klassenzimmertür auf und Polizei stürmt regelrecht den Raum. Dann geht alles sehr schnell. Sie schnappen sich unsere Lehrerin, schreien sie an, von wegen ihre Rechte und so, und führen sie in Handschellen ab. Noch lange danach stehen wir alle wort- und regungslos da. Keiner kann glauben, was da gerade passiert ist und ich frage mich nur, was jetzt aus meiner Prüfung wird???

Sonntag, 1. Februar 2015

Die Kindergeburtstagsparty und die Verbrecher



26.01.2015

Heute ist ein wirklich besonderer Tag. Die kleine Tochter meiner Freundin Anna hat heute Geburtstag. Es soll eine große und unvergessliche Party werden. Anna hat die Kinder vom Kindergarten samt Eltern eingeladen und die Party ist bis ins kleinste Detail gut durchgeplant.

Die Feier soll im Garten stattfinden. Es ist Sommer und das Wetter soll auch mitspielen. Als ich zum Haus meiner Freundin komme, sehe ich zwei junge Männer, offensichtlich Mexikaner,  im Garten. Sie kümmern sich gerade um die Hecken und die trockenen Baumzweige. Alles soll möglichst perfekt aussehen. So ist meine Freundin, ein Perfektionist.

Im Haus finde ich Anna in der Küche, sie bereitet die Geburtstagstorte vor und ist dabei den letzten Schliff der Tortendekoration zu geben. Sie sieht wirklich sehr lecker und gleichzeitig bunt aus.  Nachdem alles soweit fertig ist setzen wir uns kurz bei einer Tasse Kaffee hin und Anna erzählt mir, was noch alles zu tun ist. Ich soll die Dekoration des Wohnzimmers übernehmen, der ganze Raum muss noch geschmückt werden. In der Zeit wird sie die kleine Stella aus dem Kindergarten holen. Sie weiß noch nichts von der großen Party und denkt, wir gehen alle nur kurz zum McDonald‘s und das war es. Natürlich war sie nicht begeistert, aber letztendlich damit einverstanden. Ich kann es kaum abwarten ihre großen dunklen Augen zu sehen, wenn sie mit der riesigen Gartenparty überrascht wird.

Wenn Anna wegfährt, mache ich mich endlich an die Arbeit. Ich hole die bunten Ballons und die breiten Schleifen heraus und stell mich auf einen Stuhl, um sie auf der Decke zu befestigen. In dem Moment höre ich, wie die Terrassentür aufgeht. Als ich mich umdrehe, sehe ich die beiden Mexikaner auf mich zukommen. Ich steige von dem Stuhl herunter, denn ich denke, die Männer brauchen etwas aus dem Haus.

Als sie aber immer näher kommen und kein Wort sagen fange ich mir Gedanken zu machen. Dann schnappen sie mich am Arm und mit aller Wucht werde ich auf den Boden gedrängt. Der Eine hält mich an den Armen fest und der Andere versucht meine Hose aufzumachen. Es kommt mir wie eine Szene aus einem Horrorfilm vor. Ich versuche mich zu wehren, habe aber kaum eine Chance gegen die beiden Männer.

In einem Moment gelingt es mir doch meine Beine frei zu kriegen und mit voller Kraft den Einen zwischen die Beine zu treffen. Er fällt zur Seite und fängt an sich auf dem Boden zu wälzen. Der Andere wird von der Aktion so überrascht, dass er mich kurz loslässt, um seinem Freund zu helfen. Das war sein Fehler. Ich stehe sofort auf und boxe ihn ganz fest ins Gesicht. Irgendwann mal fällt er auch um, quer über den ersten jungen Mann, der sich immer noch auf dem Boden von Schmerzen rumwälzt.

Ich warte nicht lange und mit den Fingern meiner rechten Hand steche ich dem zweiten Mann in die Augen. Augenblicklich spritzt Blut überall auf den Boden, auf die Wände, die schöne Dekoration und die Möbel. Als er sich schreiend zu mir dreht, sehe ich, dass seine Augen voll mit Blut sind und riesige Tropfen rollen sein Gesicht runter. Ich laufe aus dem Raum raus und schließe die Beiden dort ein. Aus der Küche rufe ich dann die Polizei.

Als meine Freundin zurück vom Kindergarten kommt, traut sie ihren Augen nicht. Ich erzähle ihr die ganze Geschichte und versuche mich zu beruhigen. Ich bin immer noch im Schock. Ein paar Minuten später kommt auch schon ein Polizeiwagen angefahren. Zwei Polizeibeamten steigen aus und laufen direkt auf die Terrasse zu. Als sie die Tür zum Wohnzimmer aufmachen, finden sie nur den jungen Mann mit den verletzten Augen. Ich kann es mir nicht erklären, aber dem anderen Täter ist es gelungen aus dem zugeschlossenen Raum zu entkommen.

Ich hoffe nur, dass er bald auch geschnappt wird.